Diese Website informiert über labordiagnostische Leistungen. Die dargestellten Analysen sind keine Therapie und ersetzen nicht die ärztliche Diagnose und Behandlung. Medizinische Entscheidungen trifft ausschließlich Ihr behandelnder Arzt.
Interventionelle Onlologie: Wie bildgesteuerte Verfahren Tumore millimetergenau behandeln
Ein Gastvortrag von Prof. Dr. med. Attika KOVÁCS
Wenn nicht die große Operation, was dann? Wie navigationsgestützte Verfahren die Krebsbehandlung verändern können
Wird über minimalinvasive Therapie gesprochen, denken viele zuerst an einen Operationsroboter. Prof. Dr. med. Attila Kovács, Chefarzt für diagnostische und interventionelle Radiologie an der Wege-Klinik Bonn, meint etwas anderes: die bildgesteuerte interventionelle Radiologie. Dabei werden über einen kleinen Zugang verschiedene Energien navigationsgesteuert direkt in das Zielorgan eingebracht. Diese Schlüssellochtechnik ist in Deutschland nach seiner Einschätzung noch wenig bekannt, während sie international bereits breiter diskutiert wird. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Tumore mithilfe dreidimensionaler Navigation und KI-gestützter Bildgebung sehr präzise behandeln lassen, ohne den Körper durch einen großen Eingriff zu belasten. Der Video-Vortrag ist Teil der iQMedix-Kongressreihe, die den fachlichen Austausch zu modernen, individualisierten Ansätzen in der Onkologie fördert.
Die Vision
Minimalinvasive Krebstherapie in der klinischen Praxis
Im nachfolgenden Video-Vortrag der iQMedix-Kongressreihe zeigt Prof. Dr. med. Attila Kovács, wie bildgesteuerte interventionelle Verfahren in der Onkologie eingesetzt werden. Er erläutert, wie er mit stereotaktischer Navigation dreidimensional im Körper des Patienten arbeitet und so eine Präzision im Submillimeterbereich erreicht. Im weiteren Verlauf geht er der Frage nach, warum moderne Bildgebung und künstliche Intelligenz für diese Therapien unverzichtbar sind und wie sich verschiedene Ablationsverfahren individuell kombinieren lassen.
HINWEIS: Das nachfolgende Video dokumentiert einen Fachkongress-Vortrag. Die Inhalte stellen den wissenschaftlichen Fachdiskurs dar und sind keine Therapieempfehlung. Therapeutische Anwendungen erfordern behördliche Zulassung und ärztliche Begleitung.
KLINISCHE GRUNDLAGEN UND WISSENSCHAFTLICHE FRAGESTELLUNGEN
Was bildgesteuerte Verfahren in der Onkologie leisten können
Was ist interventionelle Onkologie – und was unterscheidet sie vom OP-Roboter?
Schon der Begriff führt leicht in die Irre: Mit dem bekannten chirurgischen OP-Roboter hat die interventionelle Onkologie wenig gemein. Prof. Kovács beschreibt bildgesteuerte Schlüsseltherapien, bei denen verschiedene Energien navigationsgesteuert direkt in das Zielorgan gelangen, und rückt dabei den Patienten in den Mittelpunkt, nicht den einzelnen Eingriff. In Deutschland ist dieser Ansatz bislang wenig verbreitet.
Warum ist künstliche Intelligenz für diese Verfahren nötig?
Das menschliche Auge stößt bei der Bildauswertung an eine harte Grenze. In den Schnittbildern steckt ein Vielfaches der Graustufen, die ein geübter Betrachter selbst unter guten Bedingungen unterscheiden kann. Erst eine KI-gestützte Verarbeitung holt die diagnostisch entscheidenden Bereiche hervor. Welches konkrete Zahlenverhältnis dahintersteht, wird im Video beziffert.
Welche Bausteine machen eine moderne minimalinvasive Therapie aus?
Kovács beschreibt eine moderne minimalinvasive Therapie nicht als einzelne Technik, sondern als Zusammenspiel mehrerer Bausteine: eine multimodale und spektrale Bildgebung, die neben der Form der Organe auch deren Stoffwechsel sichtbar macht, eine stereotaktische Navigation für das dreidimensionale Arbeiten im Körper sowie daran angepasste Ablationstechniken. Erst in diesem Zusammenspiel entsteht nach seiner Darstellung die Präzision, mit der eine Behandlung individuell auf die jeweilige Situation zugeschnitten wird.
Welchen Vorteil bietet die Planung mit einem Sicherheitssaum?
Was wäre, wenn die Vollständigkeit eines Eingriffs nicht erst hinterher feststünde, sondern von vornherein eingeplant wäre? Genau das beschreibt der Referent mit dem Sicherheitssaum: Das Zielgewebe wird mit einem definierten Randbereich umfasst, während empfindliche Risikostrukturen auf dem Weg dorthin gezielt umgangen werden. Diesen Wechsel vom nachträglichen Prüfen zum vorausschauenden Planen zeigt er im Video an einem Beispiel.
Warum spielt die Wahl der Bildgebung eine so große Rolle?
Welche Untersuchung gewählt wird, kann über die gesamte Therapieplanung entscheiden. Für eine Zielläsion in der Leber hält der Radiologe die MRT für aussagekräftiger, weil eine Computertomografie deren Ausdehnung deutlich unterschätzen kann. An ein und derselben Läsion fallen die gemessenen Größen je nach Verfahren weit auseinander. Wie weit, das führt er im Video an einem eindrücklichen Beispiel vor.
THERAPIEVERFAHREN UND KLINISCHE EVIDENZ
Von der Vereisung bis zur Elektrochemotherapie
Welche minimalinvasiven Verfahren stehen überhaupt zur Verfügung?
Das Spektrum ist breiter, als viele vermuten. Kovács unterscheidet endovaskuläre, über die Gefäße geführte Verfahren wie die Chemoembolisation von perkutanen, durch die Haut eingebrachten Methoden. Zu Letzteren zählen thermische Verfahren wie Mikrowelle oder fokussierter Ultraschall, die Vereisung des Tumors sowie nicht-thermische Methoden wie die Elektrochemotherapie. Für jeden Befund wählt er gezielt das passende Verfahren und kombiniert bei Bedarf mehrere Techniken.
Was macht die Elektrochemotherapie zum Meilenstein?
Bei der Elektrochemotherapie wird ein Medikament über kurze Stromimpulse gezielt in die Tumorzellen eingeschleust. Kovács hat das Verfahren nach eigener Darstellung 2017 für tiefliegende Strukturen mitentwickelt und ist Primary Investigator der europäischen Registerstudie RESPECT. Besonders die weiterentwickelte Hybridform erzielt bei großen, sonst schwer behandelbaren Lebermetastasen bemerkenswerte Ansprechraten. Die konkrete Zahl nennt er im Video.
Warum reicht eine einzelne Therapie oft nicht aus?
Lokale Verfahren ersetzen die systemische Therapie nicht, sie ergänzen sie. Bei Lebermetastasen von Darmkrebs verweist Kovács auf Daten, die für die Kombination aus systemischer und ablativer Behandlung einen deutlichen Überlebensvorteil nahelegen. In welcher Größenordnung dieser Vorteil liegt und welche Rolle dabei das Immunsystem spielt, zeigt er im Video.
Minimalinvasive Therapie in Aktion: Was Sie im Video erwartet
Navigieren im Körper, millimetergenau
Prof. Kovács zeigt im Video, wie er virtuell dreidimensional im Körper des Patienten navigiert und die Position der Sonde im Voraus berechnet. Weiter zeigt er, wie sich damit selbst empfindliche Strukturen wie das Zwerchfell oder die Herzkranzgefäße sicher umgehen lassen.
Wenn der Tumor nicht überall gleich ist
Warum reicht eine einfache Untersuchung oft nicht aus? Im Video wird deutlich, dass Tumore in sich unterschiedlich aktiv sein können und warum gerade die spektrale Bildgebung hilft, hoch und niedrigaktive Bereiche voneinander zu unterscheiden.
Lebenszeit und Lebensqualität als Ziel
Im Mittelpunkt steht die Frage, was Patientinnen und Patienten wirklich brauchen. Prof. Kovács erläutert im Video, wie eine priorisierte Behandlung von Risikometastasen nach seiner Darstellung Lebenszeit gewinnen kann und wie eine lokale Symptomkontrolle die Lebensqualität verbessern könnte.
Individualisierte Ansätze in der modernen Onkologie
Der Vortrag von Prof. Dr. med. Attila Kovács zeigt, wie viel in der modernen Onkologie bereits möglich ist, wenn Bildgebung, Navigation und gezielte lokale Verfahren zusammenwirken. Ob ein Eingriff gelingt, hängt nicht allein von der Methode ab, sondern vom genauen Verständnis des einzelnen Tumors und seiner Umgebung. Dieser Blick auf individuelle Profile ist auch der Kern der iQMedix-Forschungsvision, Krebserkrankungen besser zu verstehen und Behandlungswege ergänzend zu begleiten. Beiträge wie dieser zeigen, wie eng moderne Diagnostik und individualisierte Therapie zusammengehören.
Ihr Wissensvorsprung beginnt hier:
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